Interview mit Jeremy Bormann, Founder, Legal-Pythia
Hallo Jeremy. Ihr seid ein erfolgreiches KI-Startup und habt Euch an Ambrosys gewandt. Worum ging es?
Wir haben einen Innovationswettbewerb der Stadt München gewonnen. Die Challenge war, juristische Dokumente zu vergleichen und Synergien und Konflikte zu erkennen. Und wir suchten Unterstützung von einer Firma, die schon solide Erfahrung in diesem Bereich hatte.
Was waren die Herausforderungen - aus technischer Sicht, und aus Gründer-Sicht?
Aus Gründersicht war das, die Kundenbedürfnisse in kurzer Zeit nach Vorgaben zu befriedigen, überhaupt Kunden zu bekommen – eben sicherzustellen, dass die Challenge gut gelöst wird. Aus technischer Sicht war das, KI-Modelle einfach entwickeln und trainieren zu können, so dass sie juristische Texte verstehen, analysieren und auch vergleichen können.
Ihr habt Euch gegen viele andere Einreicher durchgesetzt. Worin bestand euer Wettbewerbsvorsprung? War das hauptsächlich ein technologischer, oder hattet Ihr einfach zur richtigen Zeit die richtige Idee?
Das eine Ding ist: Wir hatten schon Erfahrung aus Projekten mit der BaFin in UK. Zum anderen machen wir erklärbare KI und wollen transparent sein in unserer Anwendung von KI. Wir wollen dir oder den Nutzern erklären, warum ein bestimmtes Ergebnis gefunden wurde. Zu guter Letzt konnten wir Dokumente in verschiedenen Sprachen und auch Daten analysieren. Wir waren sehr flexibel, und das hat uns von der Konkurrenz abgehoben.
Wie viel technisches Know-how hattet Ihr schon?
Wir hatten technisches Know-how, ja, aber wir wollten einfach, dass das Projekt so gut wie möglich läuft. Wir haben Sachleistung bekommen und überlegt, wie wir das am besten einsetzen, um das Projekt so gut und so schnell wie möglich über die Bühne zu bekommen. Also: Warum benutzen wir nicht einfach eine Firma, die schon Erfahrung hat, die auch in Deutschland angesiedelt ist, mit der wir ein Vertrauensverhältnis aufbauen können?
Und welches technische Know-how konnte Ambrosys liefern?
Ambrosys hatte schon Erfahrung damit, Social Media-Beiträge mit KI zu analysieren; das war sehr sehr ähnlich zu dem, was wir gebraucht haben. Das war der Knackpunkt zum Erfolg. Wir haben auch selber verschiedene Modelle erforscht und getestet, aber einen Partner zu haben, der da richtig gut drin ist, der weiß, was was er macht und auch eine andere Perspektive geben kann, hat uns am Ende sehr, sehr weitergeholfen.
Ambrosys sagt von sich, dass eine Ihrer Stärken KI-Infrastruktur ist, sie also hochperformante, skalierbare, sichere Softwareumgebungen für KI-Entwicklung schaffen. Erkennst du das in eurem Projekt wieder?
Ja, auf jeden Fall. Ambrosys hat uns ja die Strukturen bereitgestellt, damit wir ein KI-Modell entwickeln konnten für die Stadt München. Das Projekt hat sich auch zwischenzeitlich geändert, deswegen war auch ein bisschen ein Struggle da. Aber wir hatten diese Entwicklungslandschaft, die dem Prozess Struktur gibt, wofür ich sehr sehr dankbar bin. Damit konnten wir unsere Modelle in einem sicheren Space weiterentwickeln. Auch wegen DSGVO ist das in Deutschland und Europa sehr wichtig. Ich hatte auch den Eindruck, dass von Ambrosys aus der Richtung noch mehr kommen wird, um wirklich alles abzudecken.
Und in Zukunft? Als Gründer überlegt man sich doch: Will man Know-how und technologische Assets in der Firma aufbauen, oder arbeitet man weiter mit Externen?
Gewisse Kompetenzen wollen wir auch in-house haben. Aber wir haben halt sehr viele Projekte. Wir machen viel in Ghana, viel in den USA, machen was auch mit einer Firma in UK. Wenn wir so viele Extraprojekte anpeilen und selbst nicht diese Power haben, dann würde ich definitiv Ambrosys anrufen und sagen Hey, wie sieht es aus, wollen wir nicht weiter zusammenarbeiten? Die Dinge gemeinsam angehen. Partnerschaften bringen einen weiter.
Das ist ein schöner Satz.
Es ist eben meine Meinung. Man kann – wie im richtigen Leben – einfach mehr erreichen. Die großen Tech-Firmen arbeiten ja auch zusammen. Ich glaube, man kann bessere Kunden akquirieren, Probleme besser lösen. Man ergänzt sich besser komplementär, als dass man jetzt alles inhouse machen muss. Bringt einen als Unternehmer auch selbst weiter.
Und wie lief das Kennenlernen? Was passiert, wenn ein Wirtschaftsjurist auf einen Physiker trifft?
Wir sind unterschiedliche Charaktere, wir hatten teils andere Ansichten. Sie waren eben komplementär, das kann also auch sehr gut sein. Wir hatten ein gemeinsames Ziel. Also gab es ein erstes Meeting, ob das überhaupt passt. Es hat gepasst, wir haben die Anforderungen geklärt, eine Roadmap gesetzt. Dann haben wir angefangen, es ging schnell hin und her und war dann richtig gut.
Du darfst auch kritische Sachen sagen.
Ich glaube, es ist keine Kritik, wenn ich sage: Es gibt einfach verschiedene Unternehmenstypen mit anderen Strukturen. Wir sind ein junges Unternehmen. Wir sind dynamisch, da ist auch mehr Chaos. Ambrosys ist da ein Kontrast; sie haben mehr Erfahrung, nehmen die Dinge anders. Deswegen ist es keine Kritik. Es sind einfach unterschiedliche Unternehmensstrukturen, die zueinander finden müssen - komplementär eben.
Danke, Jeremy. Ich wünsche euch viel Erfolg – Legal-Pythia ist eine sehr spannende Sache, das sieht man ja auch an der Resonanz im Netz. Alles Gute!
Ich danke dir! Mach’s gut.